Das Prüfverfahren zur BITV 2.0


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Prüfschritt 3.2.3a
Navigation einheitlich

Technische Angaben

Version Aktuell
BITV-Bedingung 3.2.3 Einheitliche Navigation
BITV 1.0-Entsprechung 13.4.1 Navigation einheitlich
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein
Gewichtung hohes Gewicht (3 Punkte)
Bezieht sich auf gesamten Webauftritt
Prüfschritt erfüllt Die Navigationsmechanismen sind üblich und einheitlich.
Prüfschritt nicht anwendbar Das Webangebot ist nicht informationsorientiert oder es besteht nur aus einer Seite.

Was wird geprüft?

Navigationsmechanismen und Bezeichnungen von Inhalten und Funktionen des Angebots sollen sich an Konventionen orientieren und innerhalb des Webauftritts einheitlich sein.

Warum wird das geprüft?

Die Orientierung an Konventionen und die einheitliche Navigation erleichtern das Verständnis. Der Besucher muss sich nicht mit wechselnden Navigationsmechanismen auseinandersetzen.

Klare und durchgängig verwendete Bezeichnungen erleichtern Benutzern das Verständnis der Inhalte des Angebots. Gesuchtes wird leichter gefunden, Zusammenhänge sind einfacher zu erkennen.

Die Nutzung eingebürgerter, allgemein üblicher Bezeichnungen ermöglicht ein schnelleres Verständnis der Funktionen und Inhalte des Angebots.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfkriteriums

Das Prüfkriterium ist nur für informationsorientierte Webangebote anwendbar. Webangebote, auf die das Prüfkriterium nicht anwendbar ist:

  • Werbung (sofern Produktinformation nebensächlich ist)
  • Kunst, Selbstdarstellung
  • Unterhaltung

Bei Webangeboten von Unternehmen ist oft nicht deutlich, ob die Information oder die Selbstdarstellung im Vordergrund steht. Das Prüfkriterium ist dann im Zweifel anwendbar.

Eine weitere Bedingung der Anwendbarkeit: das Webangebot enthält Seiten, die nicht direkt von der Homepage aus aufgerufen werden können.

2. Prüfung

2.1 Hält sich die Navigation an Konventionen?

Anhaltspunkte für an Konventionen orientierte Navigation:

  • Eine "feste" Navigation ist vorhanden
  • Übliche Darstellung von Navigationselementen (zum Beispiel Reiter, Listen)
  • Wichtige Navigationselemente sind (bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln) im sichtbaren Bereich der Seite angeordnet
  • Das Logo des Anbieters verweist auf die Startseite
  • Unterstreichungen werden ausschließlich für Links verwendet
  • Besuchte Links im Text werden gekennzeichnet

2.2 Ist die Navigation ist einheitlich?

  • Ausgehend von der Startseite verschiedene Bereiche des Webangebots aufsuchen, dabei wenn möglich unterschiedliche Navigationsmechanismen verwenden (Menüs, Direktlinks, Breadcrumb, Teaser oder Suche).
  • Prüfen, ob Navigationsmechanismen und Menüeinträge in verschiedenen Bereichen des Webauftritts aussagekräftig und einheitlich benannt sowie gleich angeordnet und gestaltet sind.
  • Orientieren sich die (oft kürzeren) Menüeinträge an den Überschriften der Zielseiten?
  • Falls das Angebot Framesets zur Gliederung der Inhaltsbereiche benutzt: Mit der Web Accessibility Toolbar auf verschiedenen Seiten die Funktion Frames > Frame Name / Title aufrufen und prüfen, ob Frames mit gleichen Inhalten (etwa Navigationsmenü) immer an der gleichen Stelle im frameset eingebunden sind.

3. Hinweise

Die Navigation auf der Startseite unterscheidet sich häufig von der Navigation auf anderen Seiten, weil dort noch kein Bereichsmenü angezeigt werden muss oder weil zusätzliche Navigationsmöglichkeiten nur auf der Startseite angeboten werden.

Falls Inhalte über geskriptete Layer eingeblendet werden, sollte geprüft werden, ob sich diese Inhalte deutlich von sonstigen Seiten und Seitenwechseln unterscheiden, da hier die üblichen Navigationsmöglichkeiten (etwa der Zurück-Button des Browsers) nicht gleichermaßen greifen.

4. Bewertung

Bewertung als nicht oder teilweise erfüllt immer erläutern!

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

3.2.3 Einheitliche Navigation

Navigationsmechanismen, die innerhalb eines Webangebots wiederholt werden, treten bei jeder Wiederholung in der gleichen Reihenfolge auf, es sei denn, die Nutzerin oder der Nutzer veranlasst eine Änderung.

3.2.4 Einheitliche Bezeichnung

In einem Webangebot und innerhalb verbundener Webseiten werden Elemente mit gleicher Funktionalität einheitlich bezeichnet.

Abgrenzung von anderen Prüfkriterien

  • Während es in diesem Prüfkriterium darum geht, ob die eingesetzten Navigationsmechanismen sich in Struktur und Bezeichnung an Konventionen orientieren und durchgängig verwendet werden, wird in Prüfkriterium 2.4.8a "Position im Webauftritt klar" dagegen geprüft, ob die Position des Benutzers im Angebot klar erkennbar ist.
  • Geprüft wird in der "Normaleinstellung", also mit eingeschaltetem Javascript und mit den für den Webauftritt vorgesehenen Stylesheets. Das Prüfkriterium 1.3.3a "Ohne Bezug auf sensorische Merkmale nutzbar" klärt, ob die Navigation auch funktioniert, wenn die zugeordneten Stylesheets nicht verwendet werden.

Einordnung des Prüfkriteriums nach WCAG 2.0

Guideline

Success criteria

Techniques

General Techniques
HTML Techniques
Failures

Quellen

Die WCAG 2.0 zur Bedeutung einheitlicher Navigation und der Berechtigung abweichender Bereichsnavigation

Ensuring that repeated components occur in the same order on each page of a site helps users become comfortable that they will able to predict where they can find things on each page. This helps users with cognitive limitations, users with low vision, users with intellectual disabilities, and also those who are blind.

(...) Individuals with low vision who use screen magnification to display a small portion of the screen at a time often use visual cues and page boundaries to quickly locate repeated content. Presenting repeated content in the same order is also important for visual users who use spatial memory or visual cues within the design to locate repeated content.

It is important to note that the use of the phrase "same order" in this section is not meant to imply that subnavigation menus cannot be used or that blocks of secondary navigation or page structure cannot be used. (...)

Quelle: Consistent Navigation: Understanding SC 3.2.3

Orientierung an Konventionen

Users spend most of their time on other sites. This means that users prefer your site to work the same way as all the other sites they already know.

Quelle: http://www.useit.com/alertbox/20000723.html

Unterstreichung nur für Links

Don't underline any text that's not a link, even if your links aren't underlined. Reserve underlining for links. Because underlines provide a strong perceived affordance of clickability, users will be confused and disappointed if underlined text doesn't have an actual affordance to match this perception.

Quelle: http://www.useit.com/alertbox/20040510.html

Kennzeichnung besuchter Links:
http://www.useit.com/alertbox/20040503.html

Fragen zu diesem Prüfschritt

Sollen Links im Fließtext durch Unterstreichung gekennzeichnet werden?

Die Unterstreichung ist sicher die am besten geeignete Kennzeichnung für Links. Die Gründe dafür:

  • sie ist üblich, Benutzer wissen, daß Unterstreichungen auf Links hinweisen.
  • sie ist eindeutig, im Unterschied zur Fettung, die auch für einfache Hervorhebungen genutzt wird.
  • sie ist unabhängig von der Farbe wahrnehmbar.

Im BITV-Test wird die Kennzeichnung durch Unterstreichung jedoch nicht gefordert. Das Prüfkriterium ist erfüllt, wenn Links im Fließtext deutlich erkennbar und innerhalb des Webauftritts eindeutig markiert sind. Prüfkriterium 1.4.1a "Auch ohne Farben nutzbar" ist erfüllt, wenn diese Markierung farbunabhängig ist.

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