Das Prüfverfahren zur BITV 2.0


Sie sind hier: BITV-Test 2.0 > Verzeichnis der Prüfschritte > Prüfschritt 4.1.2a (50 von 50)


Blättern: zum ersten Prüfschritt zum vorhergehenden Prüfschritt

Prüfschritt 4.1.2a
Name und Rolle von Bedienelementen verfügbar

Technische Angaben

Version Aktuell
BITV-Bedingung 4.1.2 Name, Rolle, Wert
BITV 1.0-Entsprechung Neu.
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Gewichtung mittleres Gewicht (2 Punkte)
Bezieht sich auf einzelne Webseite
Prüfschritt erfüllt Interaktive Bedienelemente wie Links und Schaltflächen haben programmatisch ermittelbare Namen und Rollen.
Prüfschritt nicht anwendbar Die Seite enthält keine interaktiven Bedienelemente.

Was wird geprüft?

Falls nicht-semantische Elemente (etwa div oder span) mithilfe von JavaScript zu Links oder Bedienelementen umfunktioniert werden, wird die Semantik mit Hilfe von WAI-ARIA Rollen und Eigenschaften bereit gestellt.

Warum wird das geprüft?

Die üblichen HTML-Bedienelemente wie Links (a-Element) und Formularelemente (input, button) haben Rollen, die für Hilfsmittel wie Screenreader generell erkennbar sind. So bekommen etwa blinde Nutzer mit, wenn sie auf einen Link tabben und können diesem dann folgen.

Interaktive Schaltflächen sollten deshalb mit Hilfe von geeigneten HTML-Elementen umgesetzt werden, damit ihre Bedeutung klar wird. Falls ungeeignete (weil nicht semantische) Elemente (etwa div oder span) mithilfe von JavaScript zu Links oder Bedienelementen umfunktioniert werden, kann die Semantik mit Hilfe von WAI-ARIA bereit gestellt werden. Die WAI-ARIA Auszeichnung ist für viele Nutzer älterer Browser und Screenreader nicht erkennbar, deshalb ist diese Technik ohne geeignete Fallbacks nicht empfehlenswert. Dennoch wird hier geprüft, ob bei Verwendung nicht semantischer Elemente diese wenigstens für Nutzer neuerer Browser und Hilfsmittel zugänglich gemacht worden sind.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Der Prüfschritt ist anwendbar, wenn die Seite interaktive Bedienelemente (Links, Formularelemente, oder programmierte Elemente, die auf onclick oder andere Event Handler reagieren) enthält.

2. Prüfung

  1. Seite im Firefox aufrufen
  2. Bedienelemente der Seite auf korrekte Semantik prüfen:
    • Gibt es offensichtliche Links oder Schaltflächen ohne href-Attribut? Dies lässt sich z.B. mit Hilfe der Web Developer Toolbar über die Funktion Informationen > Link-Informationen einblenden feststellen.
    • Gibt es Formularelemente wie Checkboxen oder Radio-Buttons, die von der systemüblichen Darstellung abweichen, da sie mit anderen Elementen wie div oder img nachgebildet wurden?
    • Gibt es auf der Seite selbstgebaute Widgets wie etwa Schieberegler?
  3. Wenn keine solchen Bedienelemente vorhanden sind, ist der Prüfschritt erfüllt, die Prüfung wird abgebrochen.
  4. Seite im Internet Explorer aufrufen.
  5. Den aViewer in der Web Accessibility Toolbar öffnen und geskriptete Bedienelemente mittels Durchtabben mit dem Watch Fokus-Werkzeug oder ? bei nicht tastatur-fokussierbaren Elementen ? durch Darüberbewegen des Watch Cursor-Werkzeugs untersuchen. Dabei Ausgabe im aViewer beobachten (die Ausgabe reagiert etwas träge).
  6. Wenn im aViewer unter HTML > Element name unsemantische Elemente (etwa div, span oder auch a ohne href-Attribut) erscheinen, prüfen, ob dann über WAI-ARIA eine passende Rolle (etwa role="button") zugewiesen wird. Im Zweifelsfall die WAI-ARIA Role, State, and Property Quick Reference konsultieren.
    Achtung: Beim Durchtabben erscheint der Eintrag [+] ARIA im Navigationsbaum auf der linken Seite des aViewers manchmal reduziert, obwohl die fokussierten Elemente ARIA-Rollen oder -Attribute haben. Die Untereinträge müssen dann durch Klick auf [+] ARIA ausgeklappt werden. (Außerdem tauchen ARIA-Rollen und -Eigenschaften auch innerhalb des JavaScript-Codes auf, der unten im aViewer angezeigt wird.)

  7. Grafische Zustandsänderungen durch den geskripteten Austausch von Bildern, die anstelle von Bedienelementen eingesetzt werden, müssen auch für Hilfsmittel verfügbare sinnvolle Änderungen von alt-Attributen bzw. WAI-ARIA Eigenschaften erzeugen.

3. Hinweise

Unsemantische Elemente wie span oder div sind nur dann mit der Tastatur fokussierbar, wenn das tabindex-Attribut gesetzt wurde. Falls das nicht der Fall ist, müssen Elemente also gegebenenfalls mit dem Cursor-Werkzeug des aViewers untersucht werden.

4. Bewertung

Nicht erfüllt:

Wichtige Bedienelemente sind mit unsemantischen HTML-Elementen oder a-Elementen ohne href-Attribut umgesetzt, ohne dass die Semantik mit WAI-ARIA nachgebildet wurde.

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

Vorläufiger Text der BITV 2.0, Entwurf vom Mai 2010

4.1.2 Name, Rolle, Wert

Für alle Komponenten der Benutzerschnittstelle sind Name und Rolle durch Programme erkennbar. Zustände, Eigenschaften und Werte, die von Nutzerinnen und Nutzern eingestellt werden können, können auch durch ein Programm gesetzt werden. Bei Änderungen dieser Zustände, Eigenschaften und Werte erhalten Benutzeragenten, einschließlich assistiver Technologien, eine Mitteilung.

Abgrenzung von anderen Prüfschritten

In diesem Prüfschritt geht es nicht um die Bewertung der Tastaturbedienbarkeit geskripteter Bedienelemente. Dies ist Gegenstand von Prüfschritt 2.1.1a "Ohne Maus nutzbar".

Einordnung des Prüfschritts nach WCAG 2.0

Guideline

Success criterion

Techniques

General Techniques
HTML Techniques

Failures

Quellen

WAI-ARIA Spezifikation

Blättern: zum ersten Prüfschritt zum vorhergehenden Prüfschritt


© 2003 - 2011 DIAS GmbH | Impressum | letzte Änderung 11.10.2011

nach oben