Das Prüfverfahren zur BITV 2.0


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Prüfschritt 2.2.2a
Bewegte Inhalte abschaltbar

Technische Angaben

Version Aktuell
BITV-Bedingung 2.2.2 Anhalten, beenden, ausblenden
BITV 1.0-Entsprechung 7.2.1 Verzicht auf Ablenkung durch Blinken oder Bewegung
7.3.1 Verzicht auf blinkende oder bewegte Inhalte
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein
Gewichtung mittleres Gewicht (2 Punkte)
Bezieht sich auf einzelne Webseite
Prüfschritt erfüllt Bewegte oder blinkende Inhalte sind nicht vorhanden, stoppen spätestens nach 5 Sekunden, oder es gibt eine Möglichkeit, die Bewegung/das Blinken anzuhalten, zu beeenden oder auszublenden.

Was wird geprüft?

Ablenkung durch blinkende oder sich bewegende Elemente soll vermieden werden, auf 5 Sekunden begrenzt sein oder abschaltbar sein.

Bewegte oder automatisch aktualisierte Inhalte, z.B. periodisch wechselnde Nachrichten-Aufmacher (Teaser) sollen zum Lesen anhaltbar sein.

Warum wird das geprüft?

Viele Benutzer haben Schwierigkeiten, Seiten zu nutzen, die mit blinkenden oder sich bewegenden Elementen (zum Beispiel Werbung) ausgestattet sind. Solche Elemente lenken ab. Der Benutzer kann sich möglicherweise nicht auf andere Elemente des Webauftritts konzentrieren.

Viele Benutzer haben außerdem Schwierigkeiten, blinkende oder bewegte Inhalte zu lesen, etwa bei Newstickern.

Interaktive bewegte Inhalte können für Benutzer mit motorischen Einschränkungen problematisch sein.

Automatisch aktualisierte Nachrichten-Aufmacher (Teaser) ändern unangekündigt die angezeigten Inhalte und stören dadurch die Wahrnehmung und Orientierung. Das beeinträchtigt besonders Nutzer von Bildschirmvergrößerungssoftware und solche, die mehr Zeit zum Lesen brauchen. Bei Screenreader-Nutzern kann es zu unvermittelten Fokus-Verschiebungen kommen.

Einige Bewegungen (etwa von animated gifs) lassen sich über die esc-Taste beenden, aber die meisten Nutzer kennen diese Funktion nicht. Auch das Deaktivieren von JavaScript führt in manchen Fällen zum Beenden der Bewegung, etwa von skriptgesteuerten Tickern oder wechselnden Teasern. Dieses Deaktivieren ist aber zunehmend problematisch, da sich immer mehr Websites auf aktiviertes JavaScript verlassen. Selbst wenn die Website dann noch funktioniert, wissen Nutzer nicht, was ihnen ohne JavaScript entgeht.

Schaltflächen zum Beenden der Bewegung sind problematisch. Sie müssen erst einmal gefunden werden, bevor Benutzer mit ihnen die Bewegung stoppen können. Da sie zur Zeit sehr selten eingesetzt werden, erwarten und erkennen Benutzer sie häufig nicht.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfkriteriums

Das Prüfkriterium ist immer anwendbar.

2. Prüfung

Falls die Seite blinkende, bewegte oder automatisch aktualisierte Inhalte enthält, zum Beispiel Nachrichten-Aufmacher (Teaser), laufende Texte, oder animierte Werbung:

  1. Prüfen, ob die Bewegung innerhalb von 5 Sekunden nach Anzeige der Seite von selbst aufhört.
  2. Falls das nicht der Fall ist: Feststellen, ob sich auf der Seite eine Schaltfläche befindet, mit der man die Bewegung stoppen kann, eine gleichwertige nicht-animierte Version der Seite laden kann, oder ob es eine klare Anweisung gibt, wie die Bewegung mit der Tastatur angehalten werden kann.
  3. Prüfen, ob das Aktivieren der Schaltfläche oder des Tastatur-Shortcuts die Bewegung tatsächlich anhält und sie auch nicht wieder von allein erneut beginnt.
  4. Prüfen, ob das erneute Aktivieren der Schaltfläche die Bewegung wieder in Gang setzt, und zwar von dem Punkt aus, der beim letztem Anhalten erreicht war.

3. Hinweise

Die Schaltfläche oder die Anweisung, mit der man die Bewegung anhalten kann, muss eindeutig sein und deutlich sichtbar am Seitenbeginn oder direkt oberhalb des bewegten Inhalts platziert sein.

Alle Inhalte müssen nach dem Anhalten der Bewegung verfügbar bleiben.

Es spielt keine Rolle, ob es sich bei den blinkenden oder sich bewegenden Inhalten um Werbung oder um redaktionelle Inhalte handelt.

4. Bewertung

Nicht voll erfüllt:

  • Bewegung endet nicht von allein, bewegte und automatisch aktualisierte Inhalte können nicht angehalten, ausgeblendet oder in ihrer Aktualisierungsfrequenz angepasst werden.

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

2.2.2 Anhalten, beenden, ausblenden

Informationen, die sich bewegen, blinken oder scrollen und die

  • automatisch einsetzen,
  • länger als fünf Sekunden andauern und
  • gleichzeitig mit anderen Inhalten präsentiert werden,

müssen angehalten, beendet oder ausgeblendet werden können, es sei denn, diese Bewegung ist wesentlich für eine Aktivität.

Informationen, die sich automatisch aktualisieren und die

  • automatisch einsetzen und
  • gleichzeitig mit anderen Inhalten präsentiert werden,

müssen angehalten, beendet, ausgeblendet oder in ihrer Aktualisierungsfrequenz kontrolliert werden können, es sei denn, diese automatische Aktualisierung ist wesentlich für eine Aktivität.

Abgrenzung der Prüfkriterien 2.2.1a und 2.2.2a

Dieser Prüfkriterium 2.2.2a betrifft bewegte Inhalte, die Benutzer ablenken oder durch ihren vorgegebenen zeitlichen Ablauf für bestimmte Benutzer schwierig wahrnehmbar sind. Hier wird geprüft, ob Benutzer die Möglichkeit haben, bewegte Inhalte anzuhalten oder auszublenden.

Das Prüfkriterium 2.2.1a "Zeitbegrenzungen anpassbar" betrifft Zeitbegrenzungen, welche die ganze Seite betreffen, unabhängig davon, ob die zeitbegrenzten Inhalte bewegt sind (also ablenken) oder nicht. Geprüft wird, ob solche Zeitbegrenzungen abschaltbar oder verlängerbar sind.

Zur Abgrenzung von Blinken und Flackern siehe Abschnitt "Quellen" bei Prüfkriterium 2.3.1a "Verzicht auf Flackern".

Einordnung des Prüfkriteriums nach WCAG 2.0

Guideline

Success criterion

Techniques

General Techniques
Scripting Techniques
Failures

Quellen

Die WCAG 2.0 zum Anhalten und Fortsetzen bei aufgezeichneten Inhalten und Echtzeit-Inhalten

Content that is paused can either resume in real-time or continue playing from the point in the presentation where the user left off.

  1. Pausing and resuming where the user left off is best for users who want to pause to read content and works best when the content is not associated with a real-time event or status.

    Note: See Understanding Success Criterion 2.2.1 Timing Adjustable for additional requirements related to time-limits for reading.

  2. Pausing and jumping to current display (when pause is released) is better for information that is real-time or "status" in nature. For example, weather radar, a stock ticker, a traffic camera, or an auction timer, would present misleading information if a pause caused it to display old information when the content was restarted.

    Note: Hiding content would have the same result as pausing and jumping to current display (when pause is released).

Quelle: Pause, Stop, Hide: Understanding SC 2.2.2

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