Das Prüfverfahren zur BITV 2.0


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Prüfschritt 1.1.1b
Alternativtexte für Grafiken und Objekte

Technische Angaben

Version Aktuell
BITV-Bedingung 1.1.1 Nicht-Text-Inhalte
BITV 1.0-Entsprechung 1.1.2 Alternativtexte für Grafiken und Objekte
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Gewichtung hohes Gewicht (3 Punkte)
Bezieht sich auf einzelne Webseite
Prüfschritt erfüllt Informative Grafiken und Bilder haben sinnvolle Textalternativen. Objekte wie Video- und Audio-Dateien sowie Applets haben zumindest kurze beschreibende Textalternativen.
Prüfschritt nicht anwendbar Informative Grafiken und Bilder sowie Multimedia-Objekte (Video- und Audio-Dateien, Applets) sind nicht vorhanden.

Was wird geprüft?

Informative Grafiken und Bilder müssen mit Alternativtexten versehen werden. Die Alternativtexte ersetzen das Bild, sie sollen also (wenn möglich) dieselbe Aufgabe erfüllen wie das Bild.

Bei eingebundenen Multimedia-Objekten, Video- beziehungsweise Audio-Dateien oder Applets soll der Alternativtext zumindest eine beschreibende Identifizierung des Inhalts ermöglichen.

Thema dieses Prüfschritts sind auch Texte, die per CSS durch Hintergrundbilder ersetzt werden.

Warum wird das geprüft?

Für blinde Benutzer oder für Benutzer von einfachen Textbrowsern sind Grafiken und Bilder nicht zugänglich. Der Alternativtext (oder der per CSS durch ein Hintergrundbild ersetzte Text) tritt dann an die Stelle des Bildes, er soll es ersetzen.

Wenn Objekte (etwa Video-Dateien, Audio-Dateien oder Applets) nicht anzeigt werden können, sollen kurze beschreibende Alternativtexte dem Nutzer eine Identifikation der Inhalte ermöglichen.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Der Prüfschritt ist anwendbar, wenn informative Grafiken oder, Bilder, Video- oder Audio-Dateien oder Multimedia-Objekte vorhanden sind.

Als informative Grafiken gelten

  • grafische Schriften
  • Symbole
  • Abbildungen, die zeigen sollen, wie ein Objekt oder eine Person aussieht
  • Illustrationen, die eine Aussage vorstellen, verdeutlichen oder veranschaulichen sollen

Dekorative Grafiken und Bilder sind Grenzfälle. Sie stellen (im Unterschied zu Layoutgrafiken) etwas dar, der dargestellte Gegenstand hat auch meist einen Bezug zum Thema der Seite. Ihr Informationsgehalt und ihr Nutzen für das Verständnis der Seite ist aber nicht klar. Dekorative Grafiken können daher mit leerem alt-Attribut versehen werden, der Prüfschritt ist dann nicht anwendbar. Anders, wenn Alternativtexte vorhanden sind. Dann ist der Prüfschritt anwendbar, er ist zum Beispiel nicht erfüllt, wenn im alt-Attribut von dekorativen Grafiken Bilddateinamen eingetragen sind.

Logo-artige Elemente in denen Grafik und Schrift verbunden sind, sind fast nie als bloße Schmuckgrafik anzusehen und brauchen deshalb Alternativtext. Wenn sie verlinkt ist, ist das in natürlich ohnehin so. Dies ermöglicht blinden und sehenden Nutzern, sich gemeinsam auf diese Elemente zu beziehen. Der Alternativtext muss aber nicht expliziter sein als das, was für den sehenden Nutzer erkenntlich ist.

Darüber hinaus ist der Prüfschritt anwendbar, wenn informative Audio-Elemente vorhanden sind.

2. Prüfung

2.1 Anzeige der Alternativtexte von Grafiken

  1. Die Seite im Internet Explorer laden.
  2. In der Web Accessibility Toolbar die Funktionen Images > Show Images, oder Images > Image List nutzen und prüfen, ob das alt-Attribut vorhanden ist und der dort hinterlegte Alternativtext das Bild in angemessener Weise ersetzt (siehe 2.4).

2.2 Anzeige der Alternativtexte von Objekten

  1. Prüfen, ob die Seite Objekte enthält. Dazu kann folgende Methode genutzt werden: In der Web Accessibility Toolbar CSS > Disable CSS wählen und unter IE Options die Option Toggle Image deaktivieren. Werden jetzt noch Elemente angezeigt, bei denen es sich offensichtlich nicht um einfachen Text handelt?

  2. In der Web Accessibility Toolbar unter IE Options die Option Toggle ActiveX deaktivieren. Prüfen, ob eine Alternative angezeigt wird, die das Objekt in angemessener Weise ersetzt (siehe 2.4).

  3. Falls es sich bei der Alternative für das Objekt um ein img-Element handelt: Im Menü die Option Ansicht > Bilder > Keine Bilder anzeigen wählen und den Alternativtext wie unter 2.4 beschrieben prüfen.

2.3 Textalternativen für Hintergrundgrafiken

(entspricht dem Abschnitt 2.3 des Verfahrens von Prüfschritt 1.1.1a)

Hintergrundgrafiken haben kein alt-Attribut, auf diese Weise kann also keine Textalternative hinterlegt werden.

Falls eine Hintergrundgrafik aber einen im HTML-Dokument tatsächlich vorhandenen Text, zum Beispiel eine Überschrift ersetzt (CSS-Bildersetzungsverfahren), dann gilt dieser Text als Textalternative für die Hintergrundgrafik. Voraussetzung ist allerdings, dass ein geeignetes Verfahren verwendet wurde (nicht "display:none").

Grundeinstellung in Firefox
  1. Firefox aufrufen und im Menü Extras > Einstellungen > Allgemein > Schriftarten & Farben wählen.
  2. Im Bereich "Text und Hintergrund" als Hintergrundfarbe eine Farbe wählen, die normalerweise eher selten für die Seitengestaltung verwendet wird (gut geeignet sind zum Beispiel helle Rosa- oder Grüntöne). Im Select Ausgewählte Farben anstatt Farben der Seite verwenden die Option Immer wählen.
  3. Die Dialogfenster mit "OK" schließen.
Prüfung
  1. Seite in Firefox aufrufen.
  2. Prüfen, ob informative Grafiken oder Bilder verschwinden. Das passiert, wenn sie als Hintergrundbilder eingebunden sind.
  3. Falls informative Grafiken oder Bilder als Hintergrundbilder eingebunden sind: Prüfen, ob das Hintergrundbild einen tatsächlich im HTML-Dokument vorhandenen Text ersetzt. Falls nicht, ist dies wie ein fehlendes alt-Attribut zu werten.
  4. Falls Texte durch Hintergrundbilder ersetzt werden: Prüfen, welches Verfahren für die Bildersetzung verwendet wurde.
    Wenn "display:none" verwendet wird, ist dies wie ein fehlendes alt-Attribut zu werten.
  5. Falls ein geeignetes Bildersetzungsverfahren verwendet wurde: Prüfen, ob der Text eine äquivalente Textalternative für das Hintergrundbild darstellt (siehe 2.4).

2.4 Angemessene Alternativtexte

Entscheidend ist: Die Seite soll benutzbar sein, wenn Grafiken oder Bilder durch die entsprechenden Alternativtexte oder andere geeignete Textalternativen ersetzt sind.

In der Regel bedeutet das:

  • Bei Schriftgrafiken soll der Alternativtext den Text der Schriftgrafik wiederholen.
  • Bei Symbolen oder Zeichen (Logos) soll der Alternativtext sagen, dass ein Symbol, Zeichen oder Logo abgebildet ist und die Bedeutung des Symbols oder Zeichens wiedergeben.
  • Bei Gruppen von zusammengehörigen Bildern kann auch eines der Bilder die Bedeutung der Gruppe wiedergeben, die anderen haben ein leeres alt-Attribut.
  • Bei Fotos, Reproduktionen von Gemälden oder anderen Nicht-Text-Elementen, die eine spezifische Sinneserfahrung vermitteln, genügt in der Regel eine knappe Bezeichnung des abgebildeten Gegenstandes.
  • Bei Diagrammen oder technischen Zeichnungen sind unter Umständen ausführlichere Erläuterungen erforderlich. Alternativtexte sind dafür nicht geeignet, sie sollen 80 Zeichen nicht überschreiten. Im Alternativtext steht dann nur, was dargestellt ist und wo (etwa: "Details im anschließenden Text"), die Erläuterung steht in Kontext des Bildes.
  • Bei Objekten, die nicht angezeigt werden können, sollen der Alternativtext (ganz gleich ob Fallback-Text des Objekts oder skriptgeneriert) oder Text im unmittelbaren Kontext des Objekts (etwa eine vorangehende Überschrift oder nachfolgende Legende) eine kurze Beschreibung oder Identifizierung bieten und, falls vorhanden, auf eine Medienalternative verweisen.

    Zusätzlich ist es sinnvoll, dass ein Skript auswertet, ob das Objekt wegen deaktiviertem JavaScript und/oder deaktiviertem Plugin nicht angezeigt werden kann, und eine entsprechende Meldung generiert.

    Wenn solche Meldungen erzeugt werden, müssen sie den tatsächlichen Browser-Einstellungen entsprechen. Wenn also etwa das Flash-Plugin ausgeschaltet ist aber JavaScript an, darf nicht die (irreführende) Meldung kommen, dass JavaScript aktiviert werden muss.

Generell gilt: Alternativtexte sollen kurz sein. Ausführliche Beschreibungen von Abbildungen sollen nicht im Alternativtext, sondern im Kontext der Abbildung zur Verfügung gestellt werden (siehe 2.5).

2.5 Angemessenheit von Textalternativen im Kontext

Wenn der Alternativtext kein angemessener Ersatz für die Grafik oder das Bild sein kann, muss geprüft werden, ob die über das Bild vermittelte Information im Kontext als Text zur Verfügung steht.

Das betrifft zum Beispiel

  • Diagramme
  • technische Zeichnungen
  • Anfahrtpläne

Zum Kontext einer Grafik oder eines Bildes gehört:

  • der dazugehörige (vorangehende, folgende) Text und
  • Eine im unmittelbaren Kontext des Bildes angebotene verlinkte und klar benannteTextalternative (normaler Link und/oder longdesc).

Ein kurzer Alternativtext mit Bezeichnung des Bildes ist auch bei Nutzung von Textalternativen im Kontext erforderlich. Der Alternativtext sagt, dass an dieser Stelle etwas Bestimmtes abgebildet ist, er macht klar, worauf sich die Erläuterung im Kontext bezieht.

3. Hinweis

Um die Angemessenheit des Alternativtextes einschätzen zu können, muss der Alternativtext auf die Grafik beziehungsweise das Objekt bezogen werden, zu dem er gehört. Erforderlich ist also die parallele oder wechselnde Darstellung von Grafik/Objekt und zugehörigem Alternativtext.

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

Siehe Prüfschritt 1.1.1a "Alternativtexte für Bedienelemente"

Abgrenzung zu anderen Prüfschritten

  • Alternativtexte für verlinkte Grafiken (z.B. Bedienelemente oder Teaser-Bilder) werden in Prüfschritt 1.1.1a "Alternativtexte für Bedienelemente" geprüft.
  • Einfache Animationen oder Videos ohne synchronisierungsbedürftige Tonspur werden in Prüfschritt 1.2.1a "Alternativen für Audiodateien und stumme Videos" geprüft.
  • Layoutgrafiken oder dekorative Grafiken mit leeren alt-Attributen werden in Prüfschritt 1.1.1c "Leere alt-Attribute für Layoutgrafiken" geprüft
  • CAPTCHAs werden in Prüfschritt 1.1.1d "Alternativen für CAPTCHAs" geprüft.

Einordnung des Prüfschritts nach WCAG 2.0

Guideline

Success Criterion

Techniques

General Techniques
HTML Techniques
Failures

Quellen

Alternativtexte sollen denselben Zweck erfüllen wie das Bild

Um von Nutzen zu sein, muss der Text dieselbe Funktion bzw. denselben Zweck erfüllen wie das Bild. Nehmen Sie zum Beispiel ein Foto der Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Wenn der Zweck des Bildes vorrangig in der Ausschmückung besteht, mag der Text "Foto der Erde vom Weltraum aus gesehen" die benötigte Funktion erfüllen. Wenn der Zweck des Fotos darin besteht, bestimmte Informationen über Geographie zu illustrieren, sollte das Text-Äquivalent diese Information enthalten. Wenn das Foto dem Benutzer sagen soll, dass er das Bild auswählen soll, um Informationen über die Erde zu erhalten (etwa indem er es anklickt), wäre der äquivalente Text "Informationen über die Erde". D.h. wenn der Text für einen Benutzer mit einer Behinderung dieselbe Funktion oder denselben Zweck erfüllt wie das Bild für andere Benutzer, kann er als Text-Äquivalent angesehen werden.

Quelle: http://www.w3.org/Consortium/Offices/Germany/Trans/WAI/webinhalt.html

Ausführlichkeit von Alternativtexten

If possible, the short text alternative should completely convey the purpose and information. If it is not possible to do this in a short phrase or sentence, then the short text alternative should provide a brief overview of the information. A long text alternative would be used in addition to convey the full information.

Quelle: WCAG 2.0 Technik G94: Providing short text alternative for non-text content that serves the same purpose and presents the same information as the non-text content

Alternativtexte für Schrift in Grafiken

When non-text content contains words that are important to understanding the content, the alt text should include those words. If the text in the image is more than can fit in a short text alternative then it should be described in the short text alternative and a long text alternative should be provided as well with the complete text.

Quelle: WCAG 2.0 Technik G94: Providing short text alternative for non-text content that serves the same purpose and presents the same information as the non-text content

Alternativtexte für informationstragende Aufzählungspunkte von Listen

To further ensure that users understand differences between list items indicated visually, content developers should provide a text label before or after the list item phrase.

CSS Techniques for WCAG 2.0, 6.3 Use style sheets to change list bullets, text label example

Anleitungen zum Erstellen guter Alternativtexte

Fragen zu diesem Prüfschritt

Was kann der Alternativtext leisten? Zum Beispiel die Explosionszeichnung eines Motors: sollte der gesamte Aufbau des Motors im Alternativtext beschrieben werden?

Die Explosionszeichnung zeigt die Lage verschiedener Teile im Motor. Alternative Vermittlungsformen sind denkbar und möglich. Zum Beispiel könnte die Lage der Teile an einem tastbaren Modell gezeigt werden. Klar ist aber, dass bei einigermaßen komplexen Gebilden die Textform nicht geeignet ist. Die Frage ist daher, was im Alternativtext sinnvoll herübergebracht werden kann. Auf jeden Fall kann der Alternativtext darüber informieren, dass eine Explosionszeichnung des Motors dargestellt wird. Der blinde Benutzer weiß dann zumindest, welche Informationen ihm nicht zugänglich sind. Darüber hinaus kann es sein, dass nur ein bestimmtes Detail der gesamten Zeichnung relevant ist. Das geht aus dem Kontext hervor. Das betreffende Detail kann dann in Textform erläutert werden.

Für die Bewertung im BITV-Test gilt: wenn der Prüfer selbst nicht sagen kann, ob oder wie der Informationsgehalt des Bildes in Textform vermittelt werden könnte, muss die Bezeichnung des dargestellten Gegenstandes im Alternativtext als hinreichend bewertet werden.

Auf der Website ist das Firmenlogo abgebildet. Reicht es aus, wenn im Alternativtext steht, dass da das Firmenlogo abgebildet ist? Oder sollte es auch beschrieben werden?

Auch für einen blinden Besucher kann das Aussehen des Logos interessant sein. Er unterhält sich ja mit Sehenden, weiß dann, wovon die Rede ist. Allerdings sollte der Alternativtext kurz sein, der Besucher möchte nicht immer wieder diese Beschreibung hören, wenn er die Seite besucht. Sie könnte also in einer separaten, ausführlicheren Beschreibung bereitgestellt werden.

Im BITV-Test wird eine solche ausführliche Beschreibung des Firmenlogos allerdings nicht gefordert.

Eine Abbildung enthält Text. Muss dieser Text in jedem Fall im Alternativtext bereitgestellt werden?

Nein, entscheidend ist die Funktion der Abbildung. Wenn es sich um eine Schriftgrafik handelt, dann ist die Sache meistens klar, die Abbildung ist für die Anzeige des Textes da.

Anders, wenn ein Motiv mit Text abgebildet ist. Dann muss (wie bei allen Bildern) überlegt werden, was die Leistung des Bildes ist, ob der abgebildete Text wesentlich ist. Nur dann muss der Text im Alternativtext beachtet werden.

Kann für längere Erläuterungen auch das title-Attribut verwendet werden?

Das title-Attribut hat eine andere Aufgabe, es soll nicht für das Bild stehen, sondern ergänzende Informationen zum Bild liefern. Zum Beispiel kann es verwendet werden, um die Quelle eines Bildes anzugeben. Die Verwendung des title-Attributs von Bildern ist leider nicht einheitlich geregelt.

Auf manchen Webauftritten wird der Inhalt des alt-Attributs durchgängig zusätzlich im title-Attribut wiederholt. Das ist keine gute Lösung, denn es führt dazu, daß blinde Nutzer die Ausgabe des title-Attributs abschalten, um das Vorlesen überflüssiger Informationen zu vermeiden.

Auf keinen Fall kann das title-Attribut als Ersatz für die Bereitstellung des Alternativtextes im alt-Attribut akzeptiert werden.

Für längere Erläuterungen ist das title-Attribut nicht vorgesehen und auch nicht gut geeignet. Es enthält nur einfachen Fließtext, Änderungen der Schriftgröße haben bei den meisten Browsern keine Auswirkungen auf die Darstellung des title-Attributs.

Kann der Alternativtext leer bleiben, wenn eine aussagekräftige Bildunterschrift vorhanden ist?

Es gibt in HTML leider keine Auszeichnung für Bildunterschriften. Auch wenn die Bildunterschrift aussagekräftig ist und der Alternativtext eigentlich nichts weiteres über das Bild sagen müsste, bleibt daher ein Problem: das Bild mit leerem alt-Attribut wird vom Screenreader übergangen, der Benutzer bemerkt gar nicht, dass da ein Bild ist. Die auf das Bild folgende Bildüberschrift erscheint wie ein gewöhnlicher Textabschnitt, sie ist entsprechend unverständlich.

Der Zusammenhang von Bild und Bildunterschrift muss also klar sein. Das ist der Fall, wenn die Bildunterschrift im Text eindeutig als solche gekennzeichnet ist, am Anfang der Bildunterschrift zum Beispiel "Bild:..." steht.

Soll im Alternativtext stehen, dass es sich um ein grafisches Element handelt?

Nein, das ist nicht erforderlich. Denn Screenreader stellen anhand des Markups fest, auf was für ein Element sich der Alternativtext bezieht. Im BITV-Test wird ein entsprechender Vorsatz im Alternativtext jedoch nicht negativ bewertet, er ist für die Bewertung nicht relevant.

Kann die Bedeutung eines Bildes auch im Kontext beschrieben werden?

Das ist in vielen Fällen sinnvoll und eine gute Alternative zur Nutzung des longdesc-Attributs. Wichtig ist, dass die Beschreibung dem Bild eindeutig zugeordnet werden kann. Dafür kann (und soll) dann der Alternativtext des Bildes genutzt werden. Er enthält eine kurze Bezeichnung des abgebildeten, im Kontext beschriebenen Gegenstandes.

Was sollte im Alternativtext für Landkarten stehen?

Der Alternativtext für Landkarten kann kein Äquivalent sein, eine Beschreibung in Textform kann die Karte nicht ersetzen. Nicht-visuelle Äquivalente könnten Routenbeschreibungen sein, wie sie häufig von Reiseplanern angeboten werden. Das geht aber über die Möglichkeiten des Alternativtextes hinaus. Der Alternativtext für Karten muss sich also darauf beschränken, anzugeben, welches Gebiet auf der Karte dargestellt ist.

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