Das Prüfverfahren zur BITV


Sie sind hier: BITV-Test > Liste der Erfolgskriterien > Prüfkriterium 3.3.1a (27 von 49)


zum WCAG-Test wechseln


Blättern: zum ersten Prüfschritt zum vorhergehenden Prüfschritt zum nächsten Prüfschritt zum letzten Prüfschritt

Prüfschritt 3.3.1a
Fehlererkennung

Technische Angaben

Version bis 10.07.2017 | Aktuell
BITV-Bedingung 3.3.1 Fehleridentifizierung
WCAG-Erfolgskriterium 3.3.1 Fehlererkennung
Bewertungsalternativen ja / eher erfüllt / teilweise erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar
Gewichtung mittleres Gewicht (2 Punkte)
Bezieht sich auf einzelne Webseite
Prüfschritt erfüllt Wird ein Eingabefehler automatisch festgestellt, wird das fehlerhafte Element aufgezeigt und der Fehler wird in Textform beschrieben. Wo sinnvoll, werden Korrekturvorschläge gemacht.
Prüfschritt nicht anwendbar Die Seite hat keine Formulare oder es gibt keine Fehlerbehandlung.

Was wird geprüft?

Wenn ein Formular Fehlermeldungen erzeugt, müssen diese verständlich sein und Hinweise geben, wie der Fehler zu korrigieren ist. sollen die fehlerhaft ausgefüllten Felder identifiziert und in Textform beschrieben werden.

Warum wird das geprüft?

Bei Formulareingaben kommt es öfters zu Fehlern: Nutzer verschreiben sich oder überspringen benötigte Eingaben.

Wenn das Angebot Nutzereingaben überprüft, sollen die ausgegebenen Fehlermeldungen hilfreich sein. Sie sollen den (oder die)die Felder mit fehlerhaften oder fehlenden Eingaben identifizieren werden. und es Nutzern erleichtern, Dies erleichtert den Nutzern, Eingaben zu korrigieren.

Wie wird geprüft?

1. Anwendbarkeit des Prüfschritts

Der Prüfschritt ist abwendbar, wenn die Seite Formulare enthält, welche bei inkorrektem Ausfüllen Fehlermeldungen erzeugen. Dies kann schon während der Eingabe oder erst nach dem Abschicken des Formulars geschehen.

2. Prüfung

  1. Formular unvollständig oder fehlerhaft ausfüllen, etwa durch das Leerlassen von Pflichtfeldern oder das Eingeben syntaktisch nicht korrekter Email-Adressen.
  2. Falls das Abschicken des Formulars eine Fehlermeldung erzeugt: Prüfen, ob die betroffenen Felder identifiziert sind. und Fehlermeldungen oder Korrekturvorschläge verständlich und sinnvoll sind.

    Die Identifizierung der betroffenen Felder kann, auch abhängig von der Länge des Formulars, auf verschiedene Arten geschehen:

    • Bei Neuanzeige des Formulars werden am Seitenbeginn fehlerhaft ausgefüllte Felder identifiziert.
    • Die Fehlermeldung enthält Sprunglinks auf falsch oder unvollständig ausgeführten Eingabefelder.
    • Fehlerhaft ausgefüllte Felder werden zusätzlich deutlich hervorgehoben.
    • Die Labeltexte fehlerhaft ausgefüllter Felder ändern sich, um auf die Fehler darstellungsunabhängig hinzuweisen.
    • Korrekturvorschläge (oder Links zu Vorschlägen) werden nahe der betroffenen Eingabefelder angezeigt.
    • Fehlermeldungen werden mit Hilfe von Live-Regionen oder Benachrichtungen (alertdialog) bereitgestellt.
  3. Prüfen, ob nach Korrektur der Eingaben und erneutem Abschicken des Formulars zuvor angezeigte Fehlermeldungen verschwinden.

3. Hinweise

  • Wenn serverseitig eine Fehlermeldung auf neuer Seite ausgegeben wird, wird diese wie ein Seitenzustand unter der Ausgangsseite mitgeprüft. Geprüft wird auch die Erfüllung anderer relevanter Prüfkriterien.
  • Wenn Formulare keine Fehlermeldungen erzeugen, ist dies nicht negativ zu bewerten.

4. Bewertung

Nicht voll erfüllt:

  • Die Fehlermeldung nach Formularüberprüfung benennt Felder mit fehlender oder fehlerhafter Eingabe nicht klar oder verweist nicht deutlich darauf (etwa durch Änderung des dem Feld zugeordneten Labels, semantische Hervorhebung, oder Links)
  • Fehlermeldungen sind unklar oder irreführend
  • Unspezifische Fehlermeldung, Felder mit Eingabefehlern oder fehlenden Eingaben werden lediglich grafisch oder durch zusätzliches Sternchen hervorgehoben

Nicht erfüllt:

  • Die Fehlermeldung gibt keinen Aufschluss darüber, welche Eingabe den Fehler erzeugt hat
  • Bei fehlerhafter Eingabe wird das Formular neu angezeigt. Bereits gemachte korrekte Eingaben sind gelöscht, die Felder sind wieder leer und müssen erneut ausgefüllt werden. Ausnahme: Das Löschen bereits gemachter Eingaben ist sinnvoll bei sicherheitsrelevanten Daten wie Passwörtern oder Benutzernamen.

Einordnung des Prüfschritts

Formulierung BITV 2.0

3.3.1 Fehleridentifizierung

Wird ein Eingabefehler automatisch festgestellt, wird das fehlerhafte Element aufgezeigt und der Fehler wird den Nutzerinnen und Nutzern in Textform beschrieben.

3.3.3 Korrekturvorschläge

Wird ein Eingabefehler automatisch festgestellt und sind Korrekturvorschläge bekannt, sind diese der Nutzerin oder dem Nutzer zur Verfügung zu stellen, sofern sie nicht Sicherheit oder Zweck des Inhalts gefährden.

Abgrenzung von anderen Prüfkriterien

Ob infolge von Fehleingaben generierte oder eingeblendete Fehlermeldungen an der richtigen Stelle im Quelltext stehen, ist Gegenstand des Prüfschritts 1.3.3a "Sinnvolle Reihenfolge".

Einordnung des Prüfschritts nach WCAG 2.0

Guideline

Success criteria

Techniques

General Techniques
Scripting Techniques
ARIATechniques

Quellen

Sprunglinks zu Fehlermeldungen

LessFuss Design blog:
Form validation & screen readers (August 2010, englischer Text)

DOM Scripting und WAI ARIA zur Erzeugung von Fehlermeldungen während der Formular-Eingabe

Marco's accessibility blog:
Easy ARIA tip #3: aria-invalid and role "alert" (Juli 2008, englischer Text)

Fragen zu diesem Prüfschritt

Warum wird nicht grundsätzlich bei allen Formularen eine Fehlerüberprüfung verlangt?

Eine Fehlerbehandlung ist oft sinnvoll, aber nicht grundsätzlich bei allen Formularen. Das hängt ab vom Zweck des Formulars und der Art des Angebots. So kann es unter Umständen sinnvoll sein, grundsätzlich alle Eingaben, auch solche mit Fehlern, zu verwerten.

Wenn jedoch irgendwelche Fehlermeldungen generiert werden, müssen diese brauchbar sein. Das wird in diesem Prüfschritt überprüft.

Blättern: zum ersten Prüfschritt zum vorhergehenden Prüfschritt zum nächsten Prüfschritt zum letzten Prüfschritt